
Aromatherapie in der Handtherapie
Wer Aromatherapie hört, denkt wahrscheinlich sofort an Duft und Entspannung – vielleicht sogar im Zusammenhang mit Wellness. Aromatherapie kann aber mehr als das. Sie kann nicht nur unser Wohlbefinden stärken, sondern auch die Gesundheit von Körper, Geist und Seele unterstützen und Regenerationsprozesse positiv beeinflussen.
In der Handtherapie machen wir uns genau das zu nutze.
Die Aromatherapie in der Handtherapie verbindet den gezielten Einsatz von naturreinen ätherischen Ölen mit manuellen Techniken, Narbenbehandlung, Wahrnehmungsübungen oder Funktionstraining. Sie unterstützt u.a. die Schmerzlinderung, die Regeneration nach Hand- und Armverletzungen und fördert die lokale Durchblutung.
Was ist Aromatherapie?
Der Begriff „Aromatherapie“ kommt aus dem Griechischen. Es setzt sich aus den Worten “aroma” (übersetzt Duft) und “therapeia” (Heilung, Pflege) zusammen.
Aromatherapie ist die Kunst und Wissenschaft, ätherische Öle für die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden zu verwenden. Körper und Emotionen können durch Aromatherapie positiv beeinflusst werden.
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe, die im Stoffwechsel der Pflanze entstehen. Sie dienen der Pflanze u.a. als Schutz und zur Kommunikation. Diese hochkonzentrierten Verbindungen, die auch als “Essenz” bezeichnet werden, kommen in Wurzeln, Blüten, Blättern, Rinden und Früchten vor.
Was bewirkt die Aromatherapie?
Die Düfte wirken auf Körper, Geist und Emotionen, noch bevor du bewusst nachdenken kannst. Duft geht als einziger Sinneseindruck ungefiltert direkt ins Gehirn, ins limbische System. Dort wird er sofort mit Emotionen verknüpft. Innerhalb von 0,5 Sekunden wirkt das ätherische Öl im emotionalen System. Nach 20 Minuten ist es im Körper nachweisbar.
Düfte haben nicht nur Einfluss auf unsere Emotionen. Sie wirken auch auf physiologischer Ebene. So kann der Geruch von Lavendel die Herzfrequenz und den Blutdruck senken. Monoterpene in Zitrusölen wirken dagegen aktivierend und stimmungsaufhellend. Aber auch mit den Rezeptoren unserer Haut können die Duftmoleküle interagieren. Äußerlich angewendet, können sie ihre heilenden und regenerierenden Eigenschaften entfalten.
Die Aromatherapie wirkt ganzheitlich auf Gesundheit und Wohlbefinden.
Körperliche Wirkung
Ätherische Öle können gezielt körperliche Prozesse unterstützen – z.B. die Regeneration von Hautzellen oder die Stärkung des Immunsystems.
Mental/Emotionale Wirkung
Unsere Gedanken und Gefühle können gezielt über Düfte gezielt beeinflusst werden. Die Wirkung kann je nach ätherischem Öl nervenentspannend, anregend, stimmungsaufhellend oder beruhigend sein. Die emotionale Wirkung spielt insofern eine wichtige Rolle, als das z.B. eine entspannende Wirkung nicht entstehen kann , wenn die Erinnerung an einen bestimmten Duft negativ behaftet ist.
Spirituelle Wirkung
Die spirituelle Wirkung ist nicht wissenschaftlich fundiert. Sie ist eher aus einem gesellschaftlichen oder gemeinschaftlichen Hintergrund abgeleitet. Sie basiert auf Traditionen und Erfahrungen. In der Handtherapie machen wir uns vor allem die körperliche Wirkung auf das vegetative Nervensystem zu Nutze:
- antiphlogistische Wirkung (entzündungshemmend)
- analgetische Wirkung (schmerzlindernd)
- wundheilungsfördernde Wirkung
- anregende, beruhigende/sedierende Wirkung
Anwendung der Aromatherapie in der Handtherapie
In der Handtherapie kommt die Aromatherapie zur Unterstützung der Schmerzlinderung, Verbesserung der Durchblutung, Erwärmung oder auch zur Kühlung sowie zur Entspannung/Stressabbau zum Einsatz. Die Anwendung erfolgt über Raumbeduftung oder in Massageölen und Cremes. Für die gezielte Handtherapie werden ätherische Öle immer in einem fetten Basisöl (wie Mandel-, Jojoba- oder Johanniskrautöl) verdünnt. Für die Anwendung an den Händen wird in der Aromapraxis meist eine 1%ige bis 2%ige Dosierung gewählt. Das entspricht 2 bis 4 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml Basisöl.
Anwendungsbeispiele:
- Regeneration – Narbenpflege nach Operationen z.B. mit Rosengeranie (fördert die Hautregeneration und wirkt zellschützend) und Immortelle (unterstützend bei Hämatomen und zur Regeneration von tiefem Gewebe)
- Schmerzlinderung – z.B. bei Arthrose: Weihrauch (wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd) und Rosmarin (fördert die Durchblutung) oder Pfefferminze (nimmt durch seine kühlende Wirkung den akuten Schmerz)
- Stressabbau – z.B. Lavendel fein (beruhigend, ausgleichend, angstlösend), Lemongrass (erfrischend, belebend, reinigend, stärkend) und Orange (stimmungsaufhellend, angstlösend, stresslösend)
Wichtige Regel: Ätherische Öle niemals unverdünnt auf verletzte oder offene Hautstellen auftragen.
Zusammenfassung
Aromatherapie ist eine wertvolle Ergänzung der Handtherapie. Die natürliche Wirkung der ätherischen Öle unterstützt die Regeneration des Körpers, fördert Entspannung und kann den Heilungsprozess positiv beeinflussen. Ich biete Aroma-Workshops an. Hier zeige ich Ihnen, wie Sie sich Ihr eigenes Öl mischen und zur Unterstützung der Wundheilung und Regeneration, sowie für Ihr Wohlbefinden zu Hause anwenden können.
